„Wer ist hier eigentlich Terrorist?“ Start der Kampagne in Bremen mit politischer Kunstaktion

Am heutigen Vormittag bot sich vorübergehenden PassantInnen und Menschen auf Fahrrädern ebenso wie KanupaddlerInnen und Bootskapitänen auf der Weser eine Zeit lang ein irritierendes Bild:

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Am Beginn der Osterdeichwiesen war auf eben diesem Deich in meterhohen Buchstaben aus rotem Stoff das Wort „Terror ist …?“ zu lesen, später noch ergänzt mit einem über 20 Meter langen Spruchband mit dem Motto der Kampagne.

Mit diesem Auftakt, der am kommenden Montag von einer Kundgebung mit dem gleichen Motto gefolgt wird, haben das Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen plus Freunde und Freundinnen den Startschuss für aktive Sommerwochen gegeben – Wochen, in denen mittels Aktionen und Veranstaltungen erstens die Kriminalisierung der kurdischen Freiheitsbewegung in Deutschland thematisiert werden wird, zweitens aber auch die Verhältnisse in der Türkei und den kurdischen Gebieten im Mittleren Osten, sowie drittens die unsägliche deutsch-türkische Zusammenarbeit im geheimdienstlich-polizeilichen und militärischem Bereich.

Und da es sowohl bei der Kriminalisierung der kurdischen Bewegung in Deutschland und der Türkei immer um das Schreckgespenst „Terror“ geht, und gleichzeitig Deutschland, die EU und die NATO die tatsächlichen terroristischen Aktionen des AKP-Regimes nach innen und die Unterstützung und Zusammenarbeit mit tatsächlich terroristischen jihadistischen Banden wie dem sog. Islamischen Staat und Al Qaida mit dröhnendem Schweigen quittieren, ist das Kampagnenmotto aus unserer Sicht die passende und nötige zeitgemäße Frage.

Zu weiteren inhaltlichen Schwerpunkten empfehlen wir einen Besuch der Kampagnenwebsite unter

https://terror-ist.jimdofree.com/

Hier werden die Aktivitäten angekündigt und gesammelt. In der nächsten Woche finden folgende Aktionen in diesem Rahmen statt (weitere werden folgen):

Montag, 18. Juni: Kundgebung „Wer ist hier eigentlich Terrorist“ in der Bremer Innenstadt (wahrscheinlich Domshof, ist aber noch nicht abschliessend sicher) um 16.00 Uhr

Freitag, 22. Juni: „Der neo-osmanische Mythos und die Weltmachtträume des R.T.Erdogan. Eine Veranstaltung zu den Hintergründen der türkischen Expansionspolitik“
Kulturzentrum paradox, Bernhardstr. 12, Bremen-Ostertor, um 19.00 Uhr

 

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22.6.2018: „Der neo-osmanische Mythos und die Weltmachtträume des R.T.Erdogan“ – Vortrag und Diskussion, 19 Uhr im Paradox (Bernhardstr. 12)

Der Guerillakrieg gegen die türkischen Besatzer und ihre islamistischen Söldner in Afrin ist immer noch im Gange, da kündigen Erdogan und das AKP-Regime bereits den nächsten Überfall an: diesmal ist der Nordirak / Südkurdistan das Ziel. In den dortigen Kandil-Bergen befindet sich das wichtigste Basislager der PKK, neben anderen Stützpunkten von vor allem in Ostkurdistan / Iran aktiven kurdischen Parteien.

Propagandistisch nach innen und außen als „Endkampf gegen den Terror“ verkauft, stoßen diese türkischen Angriffskriege kaum auf Widerstand der sogenannten „Weltgemeinschaft“. Ebensowenig wie die ständigen türkischen Provokationen Richtung Griechenland und die fast abgeschlossene Umwandlung der Türkei in eine islamofaschistische Diktatur. Und im historischen Vergleich sind durchaus fatale Ähnlichkeiten zu der Politik zu erkennen, die Ende der 1930er Jahre als „Appeasement“ seitens der Westmächte gegenüber Nazideutschland berühmt und berüchtigt wurde. Weiterlesen

Fernsehsendungen über Repression in der Türkei und über das Frauendorf Jinwar in Rojava

Zunächst der Link zu der  sehenswerten Sendung  „Angeklagt in der Türkei“:
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/weltspiegel-extra-angeklagt-in-der-tuerkei-video-100.html

Und im Arte Journal wurde auch ein Bericht über Jinwar gesendet. Ab der 8. Minute nach einem Beitrag über Raqqa.
https://www.arte.tv/de/videos/079055-112-A/arte-journal/

 

Aktuelle Links – 09.04.18

Heute: !Genozidwarnung! für Nord-, West- und Südkurdistan +++ Afrin: Situation der Geflüchteten +++ Militärische Lage: Bakur (Norden), Rojava (Westen) +++ Südkurdistan: Sozialproteste verschmelzen mit Widerstand gegen „stille“ türkische Invasion +++ Türkei: weltweite MIT-Entführungsaktionen – und das übliche Gepöbel +++ Griechenland: Tausende Soldaten in die Ägäis verlegt – permanente türkische Provokationen +++ USA: Trump vs. Militär +++ Frankreich: mehr als Worte? +++ Russland: unterirdisch +++ Deutschland: noch unterirdischer +++ Sonstiges

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(Passend zum Beginn der wärmeren Jahres- und Ferienzeiten eine kleine Erinnerung daran, warum ein Urlaub in der Türkei nicht nur ignorant ist, sondern regelrecht als antisoziale Aktion gewertet werden muss. #boycottturkey !)

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Aktuelle Links – 26.03.18

Heute: Situation in und um Afrin nach dem türkischen Überfall +++ Nordkurdistan: Gefechte in vielen Regionen +++ Südkurdistan: versuchte „stille Invasion“ der Türkei +++ Sengal: Türkische Angriffserklärung +++ Südkurdistan II: Unruhen und Proteste +++ Ostkurdistan (Iran): Unruhen und Proteste +++ Türkei I: Griechenland, Zypern, Ägäis – Zündeln im Mittelmeer +++ Türkei II: Terroristisch nach Innen und Aussen +++ Deutschland: Erbärmlichkeiten einer Möchtegerngroßmacht +++

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New York: der international bekannte Streetartist Banksy hat in der Stadt nach längerer Abstinenz mit einem Wandbild für Aufsehen gesorgt, welches der kurdischen Künstlerin und Journalistin Zehra Dogan gewidmet ist, die z. Zt. in einem türkischen Knast sitzt – für genau das Bild, welches über den Gitterstäben zu sehen ist (jeder Stab symbolisiert einen Tag im Knast). Die New York Times dazu.

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Zehra Dogan ist deshalb im Knast gelandet, weil sie ein inzwischen berühmt-berüchtigtes Foto der nordkurdischen Stadt Nusaybin gemalt hat, welche im Städtekrieg 2015/16 von der türkischen Armee zu großen Teilen zerstört wurde. Letztere posierte damals in den Ruinen, behängt mit türkischen Fahnen. Das Malen dieser Fahnen wurde ihr – obwohl real auf dem Foto vorhanden – als „Terrorpropaganda“ und „Herabsetzung des Staates“ zur Last gelegt – über zweieinhalb Jahre Knast.

Dazu wurde sie als Journalistin der ersten kurdischen Frauennachrichtenagentur Jinnews bekannt. Wer mehr von ihr wissen und auch ihre beeindruckenden Bilder sehen will, kann das hier tun. #freezehradogan !

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800 Menschen auf Bremer Straßen am Internationalen Aktionstag für Afrin

Am Samstag, dem 24.3.2018, fanden weltweit Proteste gegen den Krieg in Afrin statt. In Bremen zog eine Demonstration von ca. 800 kurdischen, deutschen und internationalistischen Teilnehmer*innen durch die Innenstadt. Mit kurdischen und jesidischen Fahnen sowie den Flaggen von YPG/YPJ und der Vereinigung der Jesidischen Jugend versammelten sich die Menschen am Hauptbahnhof, zogen dann durch den Breitenweg, die Bürgermeister-Smidt-Straße und die Obernstraße zum Marktplatz und hielten dort die Abschlusskundgebung. Unterwegs wurden Parolen gerufen wie „Deutsche Panzer raus aus Kurdistan“, „Erdogan – Terrorist“ und „Merkel finanziert, Erdogan bombardiert“. In der Obernstraße wurden viele Passant*innen mit Flugblättern informiert.

Sprecher*innen mehrerer Gruppen forderten in ihren Redebeiträgen Frieden für Afrin und besonders das Ende der deutschen Unterstützung für Erdogans Krieg in Afrin. Mehrfach wurde betont, dass der Krieg der Türkei ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf eine zuvor friedliche Region in Rojava sei und dass die türkische Armee mit dschihadistischen Söldnern von IS und Al Nusra kooperiert. Redner*innen äußerten die Überzeugung, dass Afrin nicht gefallen sei, sondern von den Selbstverteidigungskräften YPG und YPJ weiter verteidigt werde.

Ein Fokus lag auf der Rolle der Bundesregierung, die Panzer an den Agressor  Türkei liefert und dem Angriff, der Ermordung und Vertreibung der Menschen in Afrin tatenlos und kritiklos zusieht. Insbesondere die deutsche Bevölkerung wurde aufgerufen, endlich ihre Mitverantwortung zu erkennen und sich den Protesten anzuschließen, um die Bundesregierung zu einem Ende der Erdogan-Unterstützung zu drängen.

Im Folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag des Bremer Solidaritätskomitee Kurdistan: „Was geht uns Afrin an?“

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Protestaktion im Bremer Hauptbahnhof

Im Bremer Hauptbahnhof hat eine Protestaktion gegen den türkischen Angriffskrieg auf Efrîn und die Politik der Bundesregierung stattgefunden.

Am 19.3.2018 hat eine Gruppe kurdischer und deutscher Aktivist*innen eine Protestaktion gegen den türkischen Angriffskrieg auf Efrîn und die Politik der Bundesregierung im Hauptbahnhof in Bremen durchgeführt. Ungefähr 30 in weiß gekleidete Personen betraten die Bahnhofshalle und legten dort mit roter Farbe blutverschmierte Puppen nieder. Einige Personen der Gruppe ließen sich selbst auf den Boden fallen und blieben dort liegen, andere zeigten Schilder mit Fotos von den Massakern in Efrîn und ein Transparent, das sich gegen deutsche Waffenexporte richtet. Die Aktion dauerte fast eine Stunde und erregte sehr viel Aufsehen. Fast alle der Passanten und Passantinnen blieben stehen, hörten den Redebeiträgen zu oder filmten die Aktion selbst. Viele drückten ihre Zustimmung aus.

ANF Images

„Mit der Aktion wollen wir das Schweigen über den Krieg in den kurdischen Gebieten brechen und die Bevölkerung in der Bundesrepublik auffordern, sich dem Protest anzuschließen und Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung zu zeigen“, erklärten die Aktivist*innen.

Folgender Redebeitrag wurde immer wieder verlesen:

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