Der neo-osmanische Mythos und die Weltmachtträume des R.T. Erdogan – eine Veranstaltung zu den Hintergründen der türkischen Expansionspolitik – Freitag, 1.11. um 19 Uhr im Infoladen Bremen (St.-Pauli-Str. 12)

neoosmanischer-groessenwahn

Türkischer Angriffskrieg aktuell gegen Nordsyrien / Rojava, 2018 der
Überfall auf Afrin, seit Jahren ständige Angriffe auf angebliche
Guerillabasen und zivile Ziele im Nordirak / Südkurdistan…

Propagandistisch nach innen und außen als „Endkampf gegen den Terror“
verkauft, stoßen diese türkischen Angriffskriege kaum auf Widerstand der
sogenannten „Weltgemeinschaft“. Ebensowenig wie die ständigen türkischen
Provokationen Richtung Griechenland und die fast abgeschlossene
Umwandlung der Türkei in eine islamofaschistische Diktatur. Und im
historischen Vergleich sind durchaus fatale Ähnlichkeiten zu der Politik
zu erkennen, die Ende der 1930er Jahre als „Appeasement“ seitens der
Westmächte gegenüber Nazideutschland berühmt und berüchtigt wurde. Und
dieser Vergleich ist nicht an den Haaren herbeigezogen: Ignoriert wird von der bereits genannten „Weltgemeinschaft“ nämlich auch die
ideologische Unterfütterung der türkischen imperialistischen Kriege. Was
vor ein paar Jahren noch wie ein schlechter Witz aussah, wurde von
Erdogan und dem Regime planmäßig als Programm praktisch und theoretisch
vorangetrieben: der geplante Umbau der Türkei in einen Nachfolgestaat
des osmanischen Reiches.

Als „Neoosmanismus“, gemischt mit islamistischen und neoliberalen
Einsprengseln, dient diese Ideologie zur Mobilisierung und
Rechtfertigung der aggressiven türkischen Politik. Die Gebietsansprüche
in faktisch alle Himmelsrichtungen – Syrien, Irak, Griechenland,
Armenien -, die Eröffnung türkischer Militärbasen in Qatar und Somalia,
die selbst erklärte Führungsrolle für „alle Muslime“ im „Endkampf um
Jerusalem“ sind dabei ebenso Teile des neoosmanischen Größenwahns wie
die Ankündigungen, den Vertrag von Lausanne von 1923 brechen zu wollen,
und die türkischen Ansprüche auf dem Balkan. Dazu kommen inzwischen
weltweite Verfolgungen von türkischen Oppositionellen und eine (noch)
mehr oder weniger verdeckte Unterstützung von muslimischen und angeblich
„turkvölkischen“ Minderheiten in Asien, vor allem in China.

Insgesamt zeigt sich das Bild einer rücksichtslosen und expansiven
Aggressionspolitik – und Erdogan will die Türkei mittelfristig als
Atommacht aufstellen (ein „ziviles“ Atomprogramm als erste Voraussetzung
dafür ist bereits am Laufen). Wir wollen mit dieser Veranstaltung das
bereits sichtbare Ausmaß des Neoosmanismus etwas deutlicher werden
lassen – neben einem (knappen) historischen Rückblick auf das Osmanische
Reich wird es u.a. mit kleinen Filmausschnitten darum gehen, ein
Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das aktuelle türkische Regime
tatsächlich Weltmachtträume hegt und pflegt – und warum die kurdische
Freiheitsbewegung für dieses Projekt das erste und momentan größte
Hindernis darstellt.

Eine Veranstaltung vom Bündnis Bremen für Rojava und dem Kurdistan-
Solidaritätskomitee Bremen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

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