Lage rund um Afrin – Update am 16.01.18

Zu Beginn ein Termin: am kommenden Samstag, 20. Januar, wird eine Demonstration in Bremen für die Solidarität mit Afrin stattfinden. Start ist um 16.00 Uhr am Hauptbahnhof.

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Im Folgenden ein paar Entwicklungen, die nach Veröffentlichung des gestrigen Beitrages hier stattgefunden haben und teils beunruhigend, teils – ja, eigenartig sind (uns fällt gerade kein besserer Begriff dafür ein).

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(Aus der Reihe: Szenen, die wir wirklich sehr, sehr gerne sehen möchten)

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Türkischer Überfall auf Afrin in dieser Woche? [Update]

Was seit über einem halben Jahr immer wieder vom AKP-Regime angekündigt wurde, könnte in dieser Woche Realität werden – ein von neo-osmanischen, imperialistischen und nicht zuletzt antikurdisch-rassistischen Motiven gesteuerter Angriff auf den westlichsten der Kantone der Demokratischen Förderation Nordsyrien, und ein Herzstück Rojavas:

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seine Pläne für einen Militärschlag auf kurdische Gebiete im Norden Syriens konkretisiert. Die Stadt Afrin müsse „in den kommenden Tagen“ mit einem Angriff rechnen. Ziel des Einsatzes sei es, „unsere südliche Grenze vom Terror zu säubern“, sagte Erdoğan vor Anhängern seiner AKP in Tokat.

Der neo-osmanische Diktator hat sich selbst damit in einen Zugzwang gebracht, aus dem er nur noch schwer heraus kann – denn ähnliche Ankündigungen gab es seit dem vergangenen Sommer immer wieder mal, und irgendwann nimmt das niemand mehr ernst. Die jetzige Situation weist allerdings tatsächlich deutliche Zeichen auf, die auf einen Angriff hindeuten. Dazu gleich weiter unten mehr. Zunächst ein paar Basics zur Situation.

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Eine relativ aktuelle Karte der Region und ihre Legende:

  • Hellgelb: die Gebiete der Demokratischen Förderation Nordsyrien. Afrin ist seit Beginn der Revolution in Rojava geographisch immer von den anderen Kantonen getrennt gewesen.
  • Hellgrau: Nördlich und westlich die Türkei
  • Grüngrau: Östlich – zwischen Afrin und Kobane – türkisch besetzter Militärkorridor
  • Hell- und Dunkelgrün: Südlich – Richtung Idlib – eine Zone, die von Resten der „Freien Syrischen Armee“ sowie islamistischen Terroristen der Al-Qaida in Verbund mit türkisch orientierten und gesponserten islamistischen Gruppen beherrscht wird. Zwischen diesen Fraktionen kam es in jüngster Zeit teils zu schweren Kämpfen.
  • Hellrot: Südöstlich Richtung Aleppo eine Zone des syrischen Regimes

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Aktuelle Links – 07.01.18

Heute: Demonstration am 9. Januar in Bremen – Gedenken an die Mordopfer von Paris +++ Deutsch-Türkische Verhältnisse I: Auf der Ebene von Mafiagangs +++ Deutsch-Türkische Verhältnisse II: nochmal Mafiagangs +++ Türkei: Ein staatlicher Jagdschein +++ Syrien: Wahlen in der Demokratischen Förderation Nordsyrien +++ Kleine Einführung in die Situation in Rojhilat (Ostkurdistan / Iran) +++ Sonstiges: u.a. Kurdische Sprache(n); ANF-Nachrichten jetzt auch auf Deutsch

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Wir dokumentieren im Folgenden einen Aufruf des Frauenrates Sêvê e.V. :

Wir fordern Gerechtigkeit!

paris

Am 9. Januar 2013 wurden drei kurdische Aktivistinnen Sakine Cansız, Fidan Do-
ğan und Leyla Şaylemez im Kurdistan Informationsbüro in Paris ermordet. Diese
politisch motivierten Morde sind bis heute nicht aufgeklärt.

Das Schweigen der imperialistischen Kräfte mindert in keiner Weise unsere Ent-
schlossenheit, für Wahrheit und Gerechtigkeit zu kämpfen! Die Drahtzieher des
dreifachen Mordes sind noch immer auf freiem Fuß und fünf Jahre später ist das
Schweigen der französischen Behörden unerträglicher denn je. Wir fordern dazu
auf, die Morde vollständig aufzuklären und für Gerechtigkeit zu sorgen!

Wir rufen alle demokratischen Kräfte dazu auf, mit uns ein starkes Zeichen zu
setzen, dass wir die patriarchale Weltordnung, die uns Tod und Zerstörung bringt,
nicht akzeptieren und unseren Kampf gegen die kapitalistischen, patriarchalen
Kräfte mit noch größerer Vielfalt und Stärke fortführen werden.
Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben!

Sara, Rojbîn und Ronahî leben in unseren Herzen und unseren Kämpfen weiter!

Dienstag, den 09. Januar 2018
16:00 Uhr / Beginn: Am Bremer Hauptbahnhof
DEMO und KUNDGEBUNG

Das Solidaritätskomitee ruft ebenfalls zu dieser Demonstration auf.

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