Gegen Salafismus und Rechtspopulismus

Ein Bericht der Kundgebung vom 03.09.2016 vor dem Bremer Hauptbahnhof

Am Samstag haben sich ca. 250 Menschen auf der Kundgebung „Gegen Salafismus und Rechtspopulismus – für internationale Solidarität“ vor dem Bremer Hauptbahnhof versammelt. Die Kundgebung richtete sich sowohl gegen die Kundgebung des Salafisten Pierre Vogel als auch gegen den Rechtspopulisten und ehemals Aktiven der rechten Kleinstpartei Bürger in Wut, Oliver Meier, die beide hinter dem Bahnhof abgehalten wurden.

Die linke Kundgebung war vor dem Hauptbahnhof gut sichtbar. Mit zahlreichen Transpis, verschiedenen Redebeiträgen u.a. von der Basisgruppe Antifa, dem Bremer Solidaritätskomitee Kurdistan, der linksjugend solid, dem RAB und der SAV wurde gegen religiösen Fundamentalismus, Rassismus und Sexismus Stellung bezogen.  Gleichzeitig gab es unterschiedliche Gruppen, die ihre Flyer an Passant_innen verteilten. DIe Polizei hatte am Eingang des Hauptbahnhofes Gitter aufgestellt und hinderte zeitweise einige Leute daran, auf die andere Seite des Bahnhofes zu kommen. Insgesamt war das uniformierte Polizeiaufgebot vor dem Bahnhof jedoch eher mäßig, dafür gab es umso mehr in zivil.

Währenddessen versuchten Oliver Meier und Konsorten auf der Bürgerweide vergeblich ihren Generator zum Laufen zu bringen. Die mit max. 40 Leuten sowieso schlecht besuchte Veranstaltung konnte letztlich nur mit Megafon abgehalten werden. Gegen Ende versammelten sich um die kleine Bühne, auf der Meier mit Gitarre versuchte Redebeiträge zu halten und irgendwelche Lieder zum Besten zu geben, ca. 50 linke Gegendemonstrant_innen mit Transpis. Immer wieder wurden Slogans wie „Nationalismus raus aus den Köpfen“, „Es gibt kein Recht auf Nazi Propaganda“ und „Gegen Islamismus und Rassismus – für die internationale Solidarität“ gerufen und die Veranstaltung damit erfolgreich gestört. Die Polizei forderte die Gegendemonstrant_innen mehrmals per Lautsprecher auf, die Störung zu unterlassen und drohte mit Platzverweisen und polizeilichen Maßnahmen. Eine weitere Auseinandersetzung zwischen Polizei und linken Gegendemonstrant_innen wurde verhindert, da Oliver Meier seine Kundgebung sowieso beendete.

Auch die Veranstaltung von Pierre Vogel war wesentlich geringer besucht, als angekündigt. Die ca. 100 weitgehend jungen Teilnehmer_innen mussten einzeln durch eine Polizeiabsperrung gehen und sich abtasten und scannen lassen, um auf das völlig umzäunte Veranstaltungsgelände zu gelangen. Nach langer Wartezeit begann Pierre Vogel ca. gegen 17.30 Uhr mit seiner Rede. Das kaputte Mikro bewirkte, dass auch er streckenweise kaum zu verstehen war und später ohne Mikro weiter redete. Außerdem musste er seine Rede wegen der Polizeiansagen bei der rechten Gegenkundgebung immer wieder unterbrechen.

Insgesamt konnten beide Seiten – Salafisten und Rechtspopulisten – nur wenige Leute mobilisieren. Dem Bündnis gegen Salafismus und Rechtspopulismus war es hingegen gelungen, vor dem Hauptbahnhof viel Aufmerksamkeit zu erzielen und über die Flyer und Redebeiträge eigene Inhalte zu setzen.

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