Die zweifache Revolution der Frauen in Rojava

Vortrag von Dilar Dirik: Die zweifache Revolution der Frauen in Rojava, Münster 25.11.2015

Dilar Dirik, Soziologin und Promovendin aus Cambridge, berichtet uns von der Lebensveränderung für Frauen in dem autonomen Gebiet Rojava (Nordsyrien = Westkurdistan).

Die Revolution der Frauen in Rojava ist nicht alleine ihre Beteiligung am Kampf gegen das Regime und den IS. Die Revolution der Frauen ist eine zweifache: sie rüttelt tiefgreifend am politisch-gesellschaftlichen Normensystem und schafft ein ganz neues Verständnis von Gemeinschaft und Selbstbewusstsein. Es wird eine Gesellschaft geschaffen, an der die Frau als Subjekt teilnimmt und Verantwortung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens übernimmt.

Diese tiefgehenden gesellschaftlichen Umbrüche innerhalb der kurdischen Gesellschaft erforscht Dilar Dirik im Rahmen ihrer Doktorarbeit. In ihrem Vortrag wird sie ihre Forschungsergebnisse im Hinblick auf den Aufbauprozess des alternativen Gesellschaftsmodells in Rojava, die Rolle der Frauen darin und die damit einhergehenden Chancen, aber auch Schwierigkeiten mit uns teilen.

Eine Veranstaltung von Perspektive Rojava, Münster, http://muenster.org/rojava/

Der Krieg gegen Kurd_innen in der Türkei erreicht ein neues Niveau – der Westen schweigt

Kundgebung – Samstag, 19.12 – 14 Uhr – Goethetheater Bremen

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Der Krieg der türkischen Regierung gegen die Bevölkerung in den kurdischen Gebieten erreicht eine neue Qualität. Bewohner_innen befürchten die Vorbereitung eines Massakers, nachdem die Regierung vorgestern türkische Lehrer_innen und andere Staatsangestellte aus mehreren kurdischen Regionen abgezogen hat und massiv Militär in der Region auffährt. Seit dem 13. Dezember 2015 sind die Städte Sur, Silopi, Mardin erneut unter den massivem Beschuss des Militärs und der „Sicherheitskräfte“. Es werden ununterbrochen Militäreinheiten und Waffen in die Region entsendet – Häuser werden in Brand gesetzt, Stadtteile mit schweren Waffen angegriffen sowie teilweise auch aus der Luft bombadiert. Die Bevölkerung versucht mit einfachen Möglichkeiten sich zu schützen und zu verteidigen. Seit Wochen werden immer wieder unbefristete Ausgangssperren über Städte verhängt, Bewohner_innen, die das Haus verlassen um Lebensmittel zu besorgen, werden erschossen. Militär, Polizei und Sondereinheiten greifen Menschen und Häuser mit schweren Waffen an, teilweise wird auch aus der Luft bombadiert. Sondereinheiten gehen von Haus zu Haus und terrorisieren die Bewohner_innen. Es gibt viele Verhaftungen, auch von linken und demokratischen Kräften in der Westtürkei. 10.000 Menschen sind in den kurdischen Gebieten auf der Flucht. Ziel der Regierung sind insbesondere die kurdischen Städte, die eine Selbstverwaltung aufgebaut haben und in denen die Unterstützung für die kurdische Bewegung und HDP groß ist. Die Türkei wird zu einer faschistischen Diktatur. Kritische Bücher werden verboten, Bücher verbrannt, jegliche Kritik unterbunden, tausende verhaftet. In den Medien wird gegen Armenier_innen, Kurd_innen und Alevit_innen gehetzt und so die Massaker an Teilen der Bevölkerung legitimiert.

weitere Infos:
http://www.heise.de/tp/news/Ausnahmezustand-in-den-kurdischen-Staedten-in-der-Tuerkei-3044757.html

http://anfenglish.com/