Türkei und Nordkurdistan (Bakur)

Infoabend-Tuerkei0001

Das Kurdistan-Solidaritäts-Komitee Bremen lädt ein zur Diskussionsveranstaltung:

Freitag, 6.11. // 19.00 Uhr // Paradox (Bernhardstr. 4)

Mit staatlichem, nationalistischem und religiösem Terror in den Abgrund einer Diktatur?
Oder mit einem demokratischem und selbstbestimmten Aufbruch zur Freiheit?

Am 10. Oktober erreichte die vielfältig krisenhafte Entwicklung im türkischen Staat ihren bisherigen und traurigen Höhepunkt: durch einen Bombenanschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara starben mehr als hundert Menschen; mehrere Hundert wurden teils schwer verletzt. Getroffen wurde fast das gesamte Spektrum der türkischen und kurdischen Linken bis hin zu sozialdemokratischen Kemalist*innen: HDP-Mitglieder ebenso wie Aktivist*innen vieler sozialistischer und kommunistischer kleinerer Parteien; Anarchist*innen ebenso wie Angehörige der türkisch-kurdischen LGBT-Community; Menschen aus der Gezi-Bewegung, Gewerkschafter*innen und eben auch Parteimitglieder der CHP.
Dieses Attentat steht keinesfalls für sich alleine, sondern ist ein besonders markanter – und widerwärtiger – Ausdruck einer Entwicklung, die zwar nicht erst seit den Parlamentswahlen am 7. Juni zu beobachten ist, aber in der Zeit danach eine fatale Dynamik gewonnen hat.
Erdogan und die AKP sind entschlossen, mit allen Mitteln den Verlust ihrer Parlamentsmehrheit zu korrigieren sowie ihr Ziel einer Präsidialdiktatur doch noch zu erreichen. Und sei es auch um den Preis eines – inneren wie äußeren – Krieges:
• Bombardierungen der kurdischen Guerilla in Südkurdistan / Nordirak
• Ausnahmezustand in vielen Regionen Nordkurdistans – mit abgeriegelten Städten, Vertreibungen von dörflicher Bevölkerung, bewusst gelegten Waldbränden und Terror durch Armee, Polizei und »Spezialkräfte« gegen die Zivilbevölkerung
• Pogrome, Attentate und politische Morde gegen nicht nur kurdische Menschen und ihre Infrastruktur, sondern auch gegen Armenier*innen, Alevit*innen … in der West- und Zentraltürkei
• Verhaftungswellen gegen türkische und kurdische linke politische Strukturen
• Massiver Druck auf alle – real oder eingebildet – oppositionellen Medien
• eine religiös begründete Zunahme von sexistischer Gewalt gegen Frauen in vielen Facetten
• die ständigen Drohungen, in einem Teil Rojavas (Westkurdistan / Nordsyrien) einzumarschieren
• und als neueste Variante die Instrumentalisierung von Millionen Kriegsflüchtlingen aus Syrien, um Zugeständnisse zur eigenen Politik von einer bereitwilligen EU zu bekommen
Wie kann vor diesem Hintergrund einer offensichtlich völlig rücksichtslosen »Strategie der Spannung« die Solidarität aus und in Deutschland aussehen? Wie kann die hiesige Linke dem auch hierzulande brutaler werdenden Agieren von türkischen Faschisten / Nationalisten (»Graue Wölfe«) begegnen? Welche Perspektiven sehen die verschiedenen Teile der türkischen Linken? Welche Bedeutung haben die Autonomieerklärungen vieler kurdischer Städte, Viertel, Dörfer in Bakur in den letzten Monaten? Was ist vom Wahlergebnis des 1. November zu halten und zu erwarten?
Diese und möglichst viele andere Fragen wollen wir mit Euch und unseren Gästen diskutieren – letztere sind zwei Menschen, die in den letzten Monaten in der Westtürkei sowie Bakur vor Ort waren und von ihren Eindrücken und Erfahrungen berichten werden.

Für den Aufbau von Kobane, für die Revolution in Rojava!
Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung und der linken Bewegung in der Türkei!

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