Solidarität mit Rojava, Shengal und Bakur – zum Aktionstag am 12.09.2015 in Bremen

Am gestrigen Sonnabend (12.09.) fand auch in Bremen im Rahmen des regionalen Aktionstages zur Solidarität mit Rojava & Shengal eine Veranstaltung statt. Es folgt ein kleiner Bericht.

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Der Tag begann mit unerfreulichen Nachrichten: der zeitgleich geplante Naziaufmarsch „Tag der Patrioten“ in Hamburg war in der Nacht zuvor letztinstanzlich verboten worden; und die Nazis hatten sich als (einen) Ausweichort Bremen ausgesucht. Für ein paar Stunden sah es so aus, als würde die Bremer Polizei unsere seit Wochen angekündigte Aktion aufgrund „polizeilichen Notstands“ auch verbieten wollen, aber letztlich kam es dazu nicht. Konsequenzen hatten diese Entwicklungen im kleineren Rahmen trotzdem, negative wie auch positive.

Ebenfalls nahmen die eskalierenden Entwicklungen in der Türkei und Bakur (Nordkurdistan) in Form von Pogromen in der Westtürkei sowie dem immer offener geführten Krieg des türkischen Staates gegen Zivilbevölkerung und Guerilla wie bspw. in Cizre inhaltlich notwendigerweise einen großen Platz ein. Aus den eben genannten Gründen musste das eigentlich geplante Programm zeitlich verschoben, ein Teil aus Sicherheitsgründen gestrichen, und der Rest inhaltlich anders gewichtet werden als geplant. Aber als dann ein Verbot endgültig kein Thema mehr war, fand dann doch noch ein in vielfacher Hinsicht guter Aktionstag statt.

Neben einem Infozelt des Komitees und einem Stand mit leckerem kurdischen Essen einer Frauengruppe aus Rojava bestimmten Musik (u.a. die Bremer HipHop-Crew Radical Hype sowie verschiedene kurdische Projekte) und viele Reden zur aktuellen Situation in Kurdistan / Türkei / Syrien sowie Ansagen zu den Entwicklungen rund um den Naziaufmarsch das Programm. Eine Wanderausstellung mit Text & Fotos zur basisdemokratischen Selbstverwaltung und ihren Organen in Rojava stieß bei den zahlreich vorhandenen PassantInnen auf dem Marktplatz auf großes Interesse, ebenfalls die Angebote des Infozeltes. Beim Flugblattverteilen hingegen machten wir widersprüchliche Erfahrungen: von interessierten Nachfragen über Desinteresse bis hin zu unverblümt rassistischen Kommentaren reichte die Spannbreite. Nichtsdestotrotz waren wir am Ende eine riesige Menge von Flugis los, von denen zu hoffen ist, dass sie aufgrund der gerade vorhandenen medialen Präsenz der Situation in Syrien / Türkei / Kurdistan auch gelesen werden.

Am späteren Nachmittag kam dann – uns lautstark begrüssend und begrüsst – eine spontane antifaschistische Demonstration mit ungefähr 1000 TeilnehmerInnen auf dem Marktplatz an und verstopfte diesen dann endgültig ziemlich hoffnungslos 😉 , sorgte damit aber auch endgültig mal für eine wirklich bunte Mischung auf diesem Platz – deutsche „Normalos“, TouristInnen, KurdInnen, und Antifas aus vielen Städten, „bewacht“ von einem Haufen morgens eiligst herbei gekarrter Polizei.

Als wir uns dann zum Ende bereits ziemlich erschöpft, aber zufrieden gerade ans Abbauen machen wollten, erreichten uns die bösen Nachrichten von dem Angriff faschistischer Türken in Hannover, bei dem ein kurdischer Mann lebensgefährlich mit Messern verletzt wurde. Diese Nachricht machte uns sowohl wieder wach als auch klar, dass die kommenden Tage und Wochen nicht nur in der Türkei und Kurdistan, sondern auch hierzulande alles andere als ruhig werden…aber gerade deshalb:

BIJI BERXWEDANA ROJAVA!

BIJI BERXWEDANA KURDISTANE!

BIJI AZADI!

Redebeitrag-Bremer-Solidaritätskomitee-Kurdistan

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