Bremer_innen demonstrierten Solidarität mit Kobanê/Rojava – ein Bericht

Gestern haben in Bremen im Rahmen des weltweiten Aktionstages während einer mehrstündigen Demonstration durch das Innenstadtgebiet 3-4.000 Menschen ihre Solidarität mit dem Widerstand in Rojava bekundet. Die Demonstration wurde vom Bremer Solidaritätskomitee Kurdistan organisiert, einem breiten Bündnis aus unterschiedlichen Gruppen, Vereinen und Einzelpersonen. Trotz wiederholter polizeilicher Schikanen und eines massiven Eingriffs in die vereinbarte Demonstrationsroute und öffentliche Wahrnehmbarkeit werteten die Veranstalter_innen die Demonstration aufgrund der breiten und vielfältigen Beteiligung insgesamt als Erfolg.

Anders als in der Presseberichterstattung fast unisono aber fälschlicherweise behauptet, beteiligten sich an der Demonstration nicht nur Kurd_innen – die Demonstration entsprach vielmehr sichtbar der Vielfalt, die sich auch im Bündnis findet. Im Vergleich zu den bisherigen Demonstrationen fiel zudem auf, dass vielsprachige Parolen
zunehmend von allen und nicht mehr nur von einem Teil der Teilnehmer_innen gerufen wurden. Es waren Transparente, Schilder und Fahnen in unterschiedlichen Sprachen und von verschiedenen Gruppierungen zu sehen.

Die Polizei versuchte die Demonstration von Anfang an zu behindern und ihr insbesondere die öffentliche Wahrnehmung zu nehmen. Mit immer neuen Behauptungen setzte die Einsatzleitung schlussendlich gegen den erklärten Protest der Veranstalter_innen durch, dass die vereinbarte Route durch die Fußgänger_innenzone der Innenstadt umgangen werden musste. Die Veranstalter_innen ließen sich auf diese Beschneidung des Demonstrationsrechts schließlich nur unter ausdrücklichen Protest ein, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Der Polizei war an einem nicht eskalativen Einsatz hingegen offensichtlich nicht gelegen: An besonders belebten Orten wie dem Hauptbahnhof und dem Eingang zur Fußgänger_innenzone, erweckte sie durch eine besonders materialreiche und martialische Abschirmung den Eindruck, als müsse hier ein gewalttätiger Aufzug gesichert werden und verhinderte effektiv die öffentliche Wahrnehmbarkeit der Demonstrant_innen und ihrer Anliegen. Auch wurde die Demonstration von Polizeikräften immer wieder weitflächig abgefilmt. Die Demonstration selbst hingegen blieb trotz derartiger polizeilicher Provokationen zwar laut und entschlossen aber durchgehend friedlich.

Die Forderungen des Bündnisses, wie sie vom Lautsprecherwagen den Passant_innen im Laufe des Zuges immer wieder mitgeteilt wurden, lauteten: Anerkennung des basisdemokratischen Autonomiegebiets Rojava; Unterstützung Rojavas und Sengals auf allen Ebenen zur Prävention weiterer Massaker; Errichtung eines Hilfskorridors für Kobanê Aufhebung des PKK-Verbots und keine Waffenlieferungen an Staaten, die die IS unterstützen. Die Teilnehmer_innen verliehen diesen gemeinsamen Forderungen durch eigene Parolen Nachdruck. Zu den häufig angestimmten Parolen zählten u.a. „Schluss mit dem Terror“, „Biji berxwedana Kobanê/YPG“ (Es lebe der Widerstand Kobanês/der YPG), „ISIS bombardiert, Türkei finanziert“, „Jin, Jian, Azadî“ (Frauen, Leben, Freiheit), „Für die Freiheit, für das Leben – ISIS von der Karte fegen“ und „Solidarität
heißt Widerstand, Kampf dem Faschismus in jedem Land“.

Die beiden Aufrufe des Kurdistan Solidaritätskomitees Bremen zur Demo und die Liste aller Unterstützer_innen können im Netz auf https://sokubremen.wordpress.com nachgelesen werden. Dort sollen auch zukünftige Aktivitäten des Solidaritätskomitees angekündigt werden.

[Einige Teilnehmer__innen der Demo und Mitglieder des Kurdistan Solidaritätskomitees Bremen]

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